Handrührgeräte Test

Handrührgeräte Test

 

 

Was ist ein Handrührgerät?

 

In früheren Zeiten gab es in den Küchen lediglich einen Schneebesen und den Kochlöffel. Mit diesen wurden sämtliche Rühr- Arbeiten in der Küche erledigt. Alle Teige, egal ob Teig für einen Sonntagsguglhupf oder aber was in den Zeiten unserer Großmütter noch viel häufiger verwendet wurde, die Hefeteige, alles wurde mit dem Kochlöffel zubereitet. Dass dies eine sehr schweißtreibende und zeitaufwendige Arbeit war, dürfte jedem klar sein.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Handrührgeräte (auch als Handmixer bezeichnet) erfunden. Sie bestanden aus 2 Stäben, an die am einen Ende die Quirle angesetzt waren und am anderen Ende gab es eine Handkurbel. Diese erleichterten das Schlagen von Sahne und Eischnee oder auch von leichten Teigen etwas, wenn auch das Drehen der Handkurbel noch gehörig in die Arme ging. Zum Schlagen von schweren Hefeteigen dagegen eigneten sie sich nicht. Es gibt diese Handrührgeräte auch heute noch zu sehr günstigen Preisen im Handel, obwohl ihre Blütezeit doch längst seit Erfindung des Elektromotors vorbei ist.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde erstmals ein Handrührgerät mit Elektromotor hergestellt. Es dauerte allerdings noch bis in die 60er Jahre bis in Deutschland die elektrischen Handrührgeräte in erster Linie von den Firmen Krups und Braun als Massenware in den Handel gebracht wurden. Diese beiden Firmen gelten auch heute noch als Hersteller von qualitativ hochwertigen Küchengeräten, allerdings zwischenzeitlich neben vielen anderen.

Zur Info: Die Bezeichnung Handrührgerät ist ebenso wie die Bezeichnung Hand-

mixer im Umlauf. Beide Bezeichnungen meinen dasselbe Gerät.

Teils wird auch von einem Stabmixer gesprochen, dies ist aber falsch, ein

Stabmixer meint ein völlig anderes Produkt.

 

Die heute im Handel befindlichen Handrührgeräte bestehen aus dem Motorblock, der die mitgelieferten Rührbesen und Knethaken (je 2 Stück) in einer Steckvorrichtung aufnimmt. Je nachdem, was gerührt oder geschlagen werden soll, werden diese beiden Utensilien gegeneinander ausgetauscht.

Unser Test betrachtet einige der elektrischen Handrührgeräte näher.

 

2 Gruppen von Handrührgeräten sind im Handel. Geräte mit Kabel und auch akkubetriebene Geräte. Dazu ist zu sagen, dass die akkubetrieben Geräte noch deutlich in der Unterzahl sind. Ihr Vorteil liegt vor allem darin, dass sie ohne Radiuseinschränkung (vorhandene Steckdose) überall einsetzbar sind. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass die Akkus eine begrenzte Lebensdauer haben und auch meist nach einigen Jahren deutlich an Leistung verlieren.

Wird ein Gerät öfter stark beansprucht, also öfter eine stärkere Leistung gefordert, so ist immer noch ein Gerät mit Kabel im Vorteil. Dies ist allerdings eine persönliche Entscheidung, ob die uneingeschränkte Leistung oder die größere Bewegungsfreiheit wichtiger sind.

 

 

Worauf soll beim Kauf eines Handrührgerätes geachtet werden?

 

1.Die Leistung

Im Handel gibt es Handrührgeräte bereits ab einer Motor-Leistung von 200 bis 300 Watt. Diese Motor-Leistung wird stufenweise bis zu Geräten mit 700 Watt gesteigert.

Die Wattzahl ist allerdings nicht immer ausschlaggebend für die Leistung.

Benötigt man das Handrührgerät lediglich dazu, um kräftesparend z.B. Sahne und Eischnee zu schlagen oder auch um ab und zu einen lockeren Biskuitteig oder einen Rührkuchenteig herzustellen, dann genügt sicher ein Handrührgerät mit einer niedrigen Motorleistung. Dieses Gerät bewältigt auch das Rühren von Cremes und diversen Quark- und Joghurtmischungen für Nachspeisen ohne Probleme.

Wer allerdings in seiner Küche auch öfter sogenannte Hefeteige für z.B. Pizza, diverse Mehlspeisen (Dampfnudeln oder auch Stollengebäck) oder auch selber gerne Brotteige herstellt, der sollte auf jeden Fall zu einem Handrührgerät mit höherer Motorleistung greifen. Nur so ein Gerät bewältigt diese“ schweren“ Teige ohne Probleme und ohne Klümpchenbildung und schlägt sie so feinporig, wie dies früher nur Oma mit ihrer Muskelkraft erledigte.

Zu bedenken gilt es auch, dass ein Handrührgerät mit höherer Motorleistung nicht so schnell überhitzt, wenn es längere Zeit im Einsatz ist.

 

Gibt es mehrere Leistungsstufen? Bei den meisten Handrührgeräten sind mehrere Leistungsstufen (meist 2 bis 5) vorhanden, manche lassen sich stufenlos hochregeln.

Sind mehrere Leistungsstufen vorhanden, so lässat dies bei der Bedienung eine feinere Abstufung der Mischleistung der Zutaten zu.

Manche Geräte besitzen eine sogenannte Turbotaste. Diese ist nützlich, aber für eine gute Leistung nicht unbedingt nötig.

 

 

 

  1. Material und Verarbeitungsqualität

Die meisten Handrührgeräte bestehen aus Kunststoff. Es gibt auch verschiedene Modelle aus Stahl. Die Geräte aus Kunststoff sind deutlich in der Überzahl, ihr Vorteil ist, dass sie leichter und damit handlicher im täglichen Gebrauch sind.

 

Wichtig ist vor allem der Einrastmechanismus. Dieser sollte in jedem Fall aus Stahl, meist sogar Edelstahl verarbeitet sein. Ein gut verarbeiteter Einrastmechanismus gewährleistet den guten Sitz der Rührbesen und Knethaken, er erleichtert das problemlose Wechseln dieser beiden Teile und verhindert, dass diese ausleiern und somit das Gerät nicht mehr zu gebrauchen ist.

Dass die Rührbesen und Knethaken aus Edelstahl gearbeitet werden ist bei fast allen Handrührgeräten selbstverständlich.

 

3.Bedienung des Handrührgerätes und Ergonomie

Dass ein Handrührgerät gut zu bedienen sein muss, sollte selbstverständlich sein.

Wichtig hierfür ist sicher eine gute ergonomische Form des Gerätes. Liegt es gut in der Hand. Ein Kriterium hierfür ist der verwendete Kunststoff. Bei guten Geräten ist häufig eine sogenannte Soft Touch Oberfläche verarbeitet. Diese ist besonders rutschsicher, so dass man auch mit manchmal feuchten Händen das Gerät gut und sicher in der Hand halten kann.

Auch der ergonomisch gut geformte Griff erleichtert die Handhabung, besonders dann, wenn über einen längeren Zeitraum mit dem Gerät gearbeitet werden muss.

 

Die Schalter zum Bedienen des Gerätes müssen gut erreichbar sein. Zu unterscheiden ist zwischen Dreh- und Schiebeschaltern. Die Drehschalter sind meist nicht so bedienfreundlich, da hier die 2. Hand frei sein muss um die Regelung zu verstellen.

Besser sind die Schiebeschalter, die zumeist oben am Gerätegriff angebracht sind, so dass sie leicht mit dem Daumen erreicht werden können und auch beim Betrieb des Handrührgerätes in der Einstellung verändert werden können. So läßt sich z.B. Sahne zu Beginn des Schlagens auf niedriger Stufe zunächst verarbeiten (Spritzschutz), und wenn die Konsistenz langsam fester wird, problemlos mit dem Daumen ohne dass der Rührvorgang unterbrochen werden muss in eine höhere Leistungsregelung verstellen.

Zum Wechseln des Zubehörs ist meist eine sogenannte Auswurftaste vorhanden.

 

Zur Bedienungsfreundlichkeit zählt auch, dass das Handrührgerät gut abzustellen ist. Muss wären der Zubereitung z.B. eines Teiges eine weitere Zutat zugegeben werden, so muss das Gerät kurz auf der Arbeitsfläche abgestellt werden, ohne dass es vorne überkippt oder umfällt und mit den „teigverschmierten“ Haken die Arbeitsfläche verschmutzt.

 

4.Lautstärke des Handrührgerätes

Die Lautstärke eines Handrührgerätes ist zwar wichtig, wenn es häufig benutzt wird, sollte aber nicht allein ausschlaggebend für die Kaufentscheidung sein. Während des Betriebes des Handrührgerätes sollte ein Gespräch in normaler Lautstärke möglich sein, dies als Entscheidungskriterium.

 

  1. Zubehör

Wie bereits erwähnt gehört zur Grundausstattung immer der Motorblock mit je 2 Rührbesen und Knethaken. Bei manchen Modellen gibt es als Zubehör Pürierstäbe. Diese sind nützlich zum Hacken z.B. von Kräutern. Teils lassen sich auch sogenannte Mixgetränke herstellen (Smoothies).

Höherpreisige Geräte werden teils mit Mixschüssel und auch Schnitzelwerk geliefert. Auch gibt es Geräte, die einen Standfuß haben in den das Handrührgerät gestellt werden kann, so dass man die Hände frei hat und der Handrührer arbeitet selbstständig.

Wie wichtig Zubehör ist, ist Geschmacksache und muss je nach gewünschtem Arbeitseinsatz entschieden werden.

 

 

 

  1. Reinigung des Handrührgerätes

Nach der Benutzung muss das Handrührgerät gereinigt werden Der Motorblock lässt sich mit einem feuchten Lappen nach Gebrauch von Spritzern reinigen. Dies ist besonders wichtig, wenn stark färbende Zutaten (z.B. Brombeeren, Heidelbeeren oder Rote Bete) verarbeitet wurden. Diese Spritzer können, wenn sie nicht sofort entfernt werden, Verfärbungen auf dem Kunststoffmaterial hinterlassen.

Das Motorgehäuse darf auf keinen Fall direkt in Wasser getaucht werden, da der Motor sonst Schaden nimmt. Auch chemische Reinigungsmittel sollten nicht für die Reinigung des Gehäuses verwendet werden.

Die Rühr- oder Knethaken werden nach Gebrauch durch die Auswurftaste aus dem Gerät entfernt und mit Wasser und Spülmittel abgewaschen. Bei fast allen Geräten dürfen sie in die Spülmaschine.

Die diversen Zubehörteile, sofern vorhanden, können genau wie die Rühr- und Knethaken gereinigt werden. Ob sie in die Spülmaschine können, zeigt der jeweilige Test. Sollte es größere oder hartnäckige Verschmutzungen geben, so kann man die Teile in Wasser mit Spülmittel einige Zeit einlegen und dies einwirken lassen, dann kann die Verschmutzung meist problemlos entfernt werden.

 

  1. Rühr- und Knetergebnisse

Sicher einer der wichtigsten Punkte für eine Kaufentscheidung sind die Ergebnisse der Rühr- und Knetleistung eines Gerätes.

Beim Rühren sollte positiv auffallen, dass das Gerät arbeitet ohne dass die Hälfte des Rührgutes aus der Schüssel spritzt. Außerdem sollte alles feinporig und cremig aufgeschlagen werden können.

Für die Knetleistung ist es am wichtigsten, dass der Teig ohne Klümpchen und Mehlrückstände in feinporiger Konsistenz verarbeitet wird. Gut ist es außerdem, wenn mindestens eine Mehlmenge von 500 g ohne Probleme geknetet werden kann.

Auf diesen Punkt wird in den einzelnen Tests besonders eingegangen.

 

8.Preis

Handrührgeräte kann man bereits ab ca. 20 Euro erwerben. Diese Geräte werden von uns aber nicht zum Kauf empfohlen. Die Qualität der Verarbeitung kann hier nicht gewährleistet werden.

Die Qualität der Verarbeitung und auch des vorhandenen Zubehörs steigt mit dem Preis an. Werden Zubehörteile gewünscht, so muss man sicher mindestens ab 40 Euro ausgeben. Wirklich gute Geräte bekommt man zu Preisen zwischen 70 und ca. 90 Euro.

 

Fazit

 

Es gibt eine Vielzahl von Handrührgeräte-Herstellern, z.B. Krups, Siemens, Philips, Bosch, WMF, AEG, Braun, Severin und viele andere.

Dass die Handrührgeräte sicher gebaut sind , ist eigentlich selbstverständlich (Ausnahmen können sogenannte Discoutprodukte aus Fernost sein, sie sind allerdings nicht zum Kauf zu empfehlen). Da sie keine Messer (Ausnahme: Pürierstäbe) haben, können so auch bereits Kinder, natürlich nur unter Aufsicht, an die Arbeiten in der Küche herangeführt werden und meist haben sie auch Freude daran, wenn sie mithelfen dürfen.

 

Aber Achtung:   Niemals in sich drehende Quirle oder Knethaken greifen.

 

Soll ein Handrührgerät angeschafft werden, so hilft es bei der Kaufentscheidung sich im Klaren zu sein, was gebraucht wird und wieviel Geld ausgegeben werden kann,

Gut bedient ist man sicher mit einem Gerät im mittleren Preissegment, wobei die Qualität der Verarbeitung und die Rühr- und Knetleistungen ausschlaggebender sein sollte als z.B. Design und Zubehör.

Nur wenn ein Gerät gut verarbeitet ist, wird es seine Leistung bringen und lange in der Küche als nützlicher Helfer Freude bereiten.